Der Klirrfaktor (auch Klirrgrad oder THD – Total Harmonic Distortion) beschreibt, wie stark ein Audiosignal durch nicht‑lineare Verzerrungen verfälscht wird.
Einfach erklärt
Idealerweise gibt ein Verstärker oder Lautsprecher ein Signal genau so wieder, wie es hineingeht – nur lauter. In der Praxis entstehen jedoch zusätzliche Frequenzen, sogenannte Ober‑ bzw. Harmonische, die im Originalsignal nicht vorhanden sind.
Der Klirrfaktor gibt an, wie groß der Anteil dieser unerwünschten Obertonanteile im Verhältnis zum Nutzsignal ist.
Technische Bedeutung
- Gemessen wird der Klirrfaktor in Prozent (%)
- Er setzt die Summe der Oberwellen ins Verhältnis zur Grundfrequenz
- Je niedriger der Klirrfaktor, desto originalgetreuer ist die Wiedergabe
Hörbare Auswirkungen
- Niedriger Klirrfaktor → sauberer, natürlicher Klang
- Hoher Klirrfaktor → Klang wirkt hart, schrill oder verzerrt
Allgemein gilt, dass ein Klirrfaktor von mindestens 1 Prozent für geschulte Hörer wahrnehmbar ist, für normale Ohren stellen 5 Prozent Klirrfaktor eine kritische Grenze dar. Bei modernen Hi‑Fi‑Verstärkern ist ein Klirrfaktor von < 0,1 % üblich und somit praktisch unhörbar.
Praxisbezug
Heutige Verstärker und Audiogeräte haben dank hochwertiger Bauteile meist sehr geringe Klirrwerte. Verzerrungen entstehen daher vor allem dann, wenn:
- der Verstärker überlastet wird (z.B. bei zu hoher Lautstärke)
- Lautsprecher außerhalb ihres optimalen Arbeitsbereichs betrieben werden, also Bedingungen ausgesetzt wird, für die er konstruktiv nicht ausgelegt ist.
Kurz gesagt:
Der Klirrfaktor ist ein Maß dafür, wie „ehrlich“ ein Audiogerät klingt. Je kleiner der Wert, desto näher bleibt der Klang am Original.
Mehr zum Thema findest du in unserem Blog: Der Klirrfaktor: Was passiert eigentlich, wenn’s klirrt?